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Nikolaus Filzen Anleitung – Anleitung zum Basteln eines Nikolaus aus Filz

In meiner Redaktion liegen jedes Jahr vor der Adventszeit kleine Bastelprojekte auf dem Tisch, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken und am Ende doch eine besondere Stimmung verbreiten. Der Nikolaus aus Filz gehört für mich genau in diese Kategorie. Ich erinnere mich an einen Nachmittag, an dem ein selbstgemachter Filz-Nikolaus neben einer gekauften Weihnachtsdekoration stand – und obwohl der kleine Filzmann nicht perfekt gerade genäht war, zog er deutlich mehr Aufmerksamkeit auf sich. Vielleicht lag es an den kleinen Unregelmäßigkeiten, vielleicht daran, dass man ihm die Handarbeit angesehen hat.

Beim Basteln eines Nikolaus aus Filz geht es nicht darum, ein perfektes Dekorationsstück wie aus einem Bastelgeschäft herzustellen. Viel schöner ist es, wenn der Nikolaus einen eigenen Charakter bekommt. Ein etwas schiefer Bart, eine leicht krumme Mütze oder ein Lächeln, das nicht ganz symmetrisch ist, machen ihn oft erst liebenswert. Ich zeige hier die Vorgehensweise, die sich bei meinen eigenen Bastelarbeiten bewährt hat und die auch für Menschen funktioniert, die nicht regelmäßig mit Nadel und Faden arbeiten.

Warum Filz für einen Nikolaus besonders gut geeignet ist

Filz ist eines dieser Materialien, mit denen man schnell sichtbare Ergebnisse bekommt. Genau das macht ihn für Weihnachtsbasteleien so angenehm. Das Material franst nicht aus, lässt sich leicht schneiden und verzeiht kleine Fehler. Wenn eine Kontur nicht ganz sauber geworden ist, fällt das bei Filz deutlich weniger auf als bei dünnen Stoffen.

Für einen Nikolaus braucht man außerdem keine große Ausstattung. Ein paar Filzplatten in Rot, Weiß und Hautfarbe, eine Schere, etwas Kleber oder Nähgarn reichen bereits aus. Wer gerne näht, kann die einzelnen Teile mit kleinen Stichen verbinden. Wer lieber unkompliziert arbeitet, kann mit Textilkleber ein schönes Ergebnis erzielen.

Ich bevorzuge bei solchen Figuren einen etwas dickeren Bastelfilz. Er steht besser und gibt dem Nikolaus mehr Stabilität. Dünner Filz eignet sich zwar ebenfalls, wirkt aber schnell etwas flach, besonders wenn die Figur später auf einem Regal oder der Fensterbank stehen soll.

Material auswählen und den Nikolaus richtig planen

Bevor die Schere zum Einsatz kommt, lohnt sich eine kurze Planung. Viele Bastelanfänger schneiden direkt los und merken später, dass der Bart zu klein oder die Mütze zu kurz geworden ist. Ein einfacher Entwurf auf Papier hilft dabei, die Größenverhältnisse zu kontrollieren.

Für einen klassischen Filz-Nikolaus empfehle ich ungefähr folgende Materialien:

Material Verwendung Hinweis aus der Praxis
Roter Filz Mütze und Mantel Ein kräftiger Rotton wirkt besonders weihnachtlich, dunklere Töne sehen etwas edler aus.
Weißer Filz Bart, Mützenrand und Bommel Etwas dickerer Filz sorgt für einen schönen, voluminösen Bart.
Beiger oder rosafarbener Filz Gesicht Eine warme Hautfarbe wirkt natürlicher als ein sehr heller Ton.
Kleine Deko-Elemente Augen, Knöpfe, Gürtel Holzperlen oder kleine Knöpfe geben der Figur mehr Persönlichkeit.

Zusätzlich können eine Heißklebepistole, Stickgarn, Watte oder kleine Stoffreste hilfreich sein. Ich verwende gerne etwas Watte hinter dem Bart, weil dadurch eine leichte Struktur entsteht und der Nikolaus nicht wie eine flache Filzfigur aussieht.

Die Grundform des Nikolaus aus Filz vorbereiten

Der einfachste Aufbau besteht aus wenigen Grundformen: einem Gesicht, einer Mütze, einem Bart und einem Körper. Für die Figur zeichne ich zunächst eine einfache Vorlage. Das muss keine perfekte Zeichnung sein – ein Kreis für den Kopf, ein Dreieck für die Mütze und eine breite Form für den Körper reichen meistens aus.

Beim Ausschneiden des Filzes arbeite ich lieber langsam und mit einer scharfen Schere. Gerade bei kleinen Teilen zeigt sich der Unterschied. Eine stumpfe Schere hinterlässt ausgefranste Kanten und macht das spätere Zusammenfügen schwieriger.

Ein kleiner Trick, den ich oft anwende: Die Vorlage zuerst mit einer Stecknadel auf dem Filz befestigen und nicht direkt mit einem dicken Stift nachzeichnen. Manche Markierungen bleiben sichtbar, besonders bei hellem Filz. Falls eine Linie notwendig ist, eignet sich ein Bleistift sehr sparsam eingesetzt.

Schritt für Schritt: Den Filz-Nikolaus zusammensetzen

Wenn alle Teile vorbereitet sind, beginnt der eigentliche schöne Teil: Die Figur bekommt langsam ein Gesicht und einen eigenen Ausdruck. Ich starte meistens mit dem Kopf, weil sich daran die Größe der anderen Elemente orientiert.

Zuerst wird das Gesicht auf die Grundform gelegt. Danach kommt der Bart darüber. Wichtig ist, den Bart nicht zu weit nach oben zu setzen, sonst verschwindet später zu viel vom Gesicht. Gerade bei kleinen Nikolausfiguren machen wenige Millimeter einen deutlichen Unterschied.

Die Mütze wird anschließend befestigt. Der weiße Rand der Mütze darf ruhig etwas über das Gesicht ragen. Das gibt der Figur diesen typischen Nikolaus-Look. Der Bommel oben an der Spitze ist ein kleines Detail, verändert aber die Wirkung enorm.

Für die Augen gibt es mehrere Möglichkeiten. Kleine schwarze Perlen wirken sehr lebendig, aufgemalte Punkte sind einfacher und sicherer, wenn Kinder mitbasteln. Ich mag besonders kleine gestickte Augen, weil sie nicht ganz identisch aussehen und dadurch mehr Charme bekommen.

Der Körper kann schlicht bleiben oder mit zusätzlichen Details gestaltet werden. Ein schwarzer Filzstreifen als Gürtel, zwei kleine Knöpfe oder ein winziger Sack aus Stoff reichen oft schon aus. Zu viele Verzierungen lassen den Nikolaus schnell unruhig wirken.

Typische Fehler beim Filz-Nikolaus und wie man sie vermeidet

Bei meinen ersten Filzfiguren habe ich einige Dinge unterschätzt. Vor allem die Größe der Einzelteile. Was auf einer Vorlage ausreichend aussieht, wirkt nach dem Ausschneiden manchmal kleiner. Deshalb plane ich heute den Bart und die Mütze etwas großzügiger.

Ein weiterer häufiger Fehler ist zu viel Kleber. Gerade bei Filz zieht überschüssiger Kleber schnell in das Material ein und hinterlässt harte Stellen. Weniger ist hier meistens besser. Bei kleinen Teilen reicht oft ein kleiner Punkt in der Mitte, weil der Filz die Verbindung gut hält.

Auch die Reihenfolge spielt eine Rolle. Augen, Nase und andere kleine Details sollten angebracht werden, bevor die Figur vollständig zusammengesetzt ist. Danach kommt man an manche Stellen nur noch schwer heran.

Eine gute Vorbereitung spart oft mehr Zeit als schnelles Arbeiten. Wenn die Teile vorher sortiert sind und die Farben feststehen, entsteht die Figur fast wie von selbst.

Ideen, um den Nikolaus persönlicher zu gestalten

Was ich an solchen Bastelprojekten besonders mag, ist die Möglichkeit, kleine Geschichten einzubauen. Der Nikolaus muss nicht immer gleich aussehen. Vielleicht bekommt er eine grüne Mütze, einen karierten Schal oder einen kleinen Filzbeutel mit dem Namen eines Familienmitglieds.

Für Kinder kann man die Figur mit einem Namen versehen und als Anhänger für ein Geschenk verwenden. Erwachsene nutzen solche kleinen Figuren gerne als Tischdekoration oder als Teil eines Adventskranzes. Gerade handgemachte Dekorationen wirken oft länger interessant, weil man sich an den Moment erinnert, in dem sie entstanden sind.

Eine schöne Variante ist auch ein Nikolaus mit beweglichen Armen. Dafür befestigt man die Arme nicht komplett fest, sondern näht sie nur mit einem kleinen Stich an. Dadurch kann die Figur später verschiedene Positionen einnehmen.

Mit Kindern einen Nikolaus aus Filz basteln

Der Filz-Nikolaus eignet sich besonders gut für gemeinsame Bastelnachmittage. Die Aufgabe lässt sich leicht aufteilen: Eine Person schneidet die Formen aus, eine andere klebt oder näht die Einzelteile zusammen, und am Ende werden gemeinsam die Details ausgesucht.

Ich finde es immer wieder interessant, wie unterschiedlich Kinder dieselbe Vorlage interpretieren. Während Erwachsene oft versuchen, möglichst nah an einer Vorlage zu bleiben, entstehen bei Kindern Figuren mit eigenen Ideen. Ein Nikolaus mit buntem Bart oder ungewöhnlicher Mütze ist dabei keine Fehlinterpretation, sondern meistens die spannendere Variante.

Bei kleinen Kindern sollte man natürlich auf geeignete Materialien achten. Lose Kleinteile wie Perlen oder kleine Knöpfe gehören nicht in die Hände von Kindern, die sie noch in den Mund nehmen könnten. Für sie sind aufgemalte Details oder größere Filzelemente besser geeignet.

Wie der selbstgemachte Nikolaus lange schön bleibt

Filz ist unkompliziert, aber ein wenig Pflege verlängert die Lebensdauer. Staub lässt sich vorsichtig mit einer weichen Bürste entfernen. Wenn die Figur einmal leicht verformt ist, hilft es oft, sie vorsichtig mit den Fingern wieder in Form zu bringen.

Was ich vermeiden würde, ist starkes Waschen. Durch Wasser kann Filz seine Struktur verändern. Bei einer Dekorationsfigur reicht meistens eine trockene Reinigung völlig aus.

Wenn der Nikolaus nach Weihnachten eingelagert wird, sollte er nicht einfach zwischen andere Dekorationen gepresst werden. Eine kleine Schachtel oder ein Stoffbeutel schützt vor Druckstellen. So sieht er im nächsten Advent wieder genauso freundlich aus wie beim ersten Einsatz.

Ein kleines Bastelprojekt mit großer Wirkung

Ein Nikolaus aus Filz kostet nicht viel Zeit und Material, aber er bringt etwas mit, das gekaufte Dekorationen selten haben: eine persönliche Geschichte. Vielleicht erinnert man sich später nicht daran, ob die Naht perfekt war oder die Mütze exakt gerade saß. Man erinnert sich daran, wer ihn gemacht hat und an den Nachmittag, an dem aus ein paar Filzstücken eine kleine Weihnachtsfigur entstanden ist.

Genau deshalb gehört dieser Nikolaus für mich zu den Bastelarbeiten, die man gerne jedes Jahr wieder hervorholt. Er ist kein perfektes Ausstellungsstück, sondern ein kleiner Begleiter durch die Adventszeit – und gerade diese kleinen Spuren der Handarbeit machen ihn besonders.


Illustrationen und Bilder: Magnific (https://www.magnific.com)

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