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Einhorn Basteln Aus Klopapierrollen Anleitung – Kreative Bastelanleitung für ein Einhorn aus Klopapierrollen

Auf dem Basteltisch liegen meistens nicht die Dinge, die man vorher sorgfältig eingekauft hat. Viel häufiger findet man dort einen leeren Joghurtbecher, Wollreste, einen halb eingetrockneten Klebestift und zwei Klopapierrollen, die eigentlich schon im Altpapier landen sollten. Genau aus solchen Resten ist bei mir irgendwann ein kleines Einhorn entstanden. Es war zunächst nur als spontane Beschäftigung gedacht, wurde am Ende aber zum Lieblingsstück auf dem Kinderzimmerregal.

Das Schöne an einem Einhorn aus einer Klopapierrolle ist nicht die perfekte Form. Im Gegenteil: Kleine schiefe Ohren, eine etwas zu lange Mähne oder ein Horn, das nicht ganz mittig sitzt, geben der Figur ihren eigenen Charakter. Wer mit Kindern bastelt, kennt vermutlich den Moment, in dem man selbst noch etwas korrigieren möchte und das Kind schon sagt: „Nein, das soll so bleiben.“ Genau diese Eigenheiten würde ich bei diesem Projekt nicht wegnehmen.

Was aus einer einfachen Klopapierrolle tatsächlich werden kann

Für die Grundform braucht man erstaunlich wenig. Eine leere Klopapierrolle bildet den Körper, Papier oder dünner Karton liefert Ohren und Horn, dazu kommen Farben, Kleber und etwas Material für die Mähne. Bei der Auswahl des Papiers würde ich nicht zu dünnem Bastelpapier greifen, wenn das Einhorn später stabil auf einem Regal stehen soll. Ein Stück Zeichenkarton lässt sich zwar etwas schwerer schneiden, hält dafür aber die Ohren und das Horn deutlich besser.

Auch bei der Farbe gibt es einen kleinen Unterschied, den man beim Basteln schnell bemerkt: Sehr flüssige Wasserfarbe macht den Karton der Rolle weich und kann ihn verziehen. Acrylfarbe oder gut deckende Bastelfarbe funktioniert meist angenehmer. Für kleinere Kinder sind natürlich ungiftige, abwaschbare Farben eine gute Wahl. Die Klopapierrolle selbst muss dabei nicht komplett glatt sein. Ihre leichte Rundung gehört später zur Figur.

Für eine Variante, die nicht nach einem klassischen rosa Einhorn aussieht, kann man den Körper beispielsweise in Weiß, Creme oder einem sehr hellen Blau gestalten. Die Mähne darf dazu ruhig einen Kontrast bilden. Gerade eine Kombination aus zwei oder drei Farbtönen wirkt oft lebendiger als ein komplett einfarbiges Einhorn.

Bevor die Farbe auf die Rolle kommt

Ich würde mit dem Anmalen nicht sofort beginnen. Zuerst lohnt es sich, die einzelnen Teile grob vorzubereiten. Die Klopapierrolle wird zum Körper, während aus einem Stück Karton zwei Ohren und ein kleines Horn entstehen. Für die Ohren reichen zwei ähnliche Dreiecksformen, die an der unteren Seite etwas breiter bleiben. Beim Horn darf man ruhig großzügig mit der Form sein. Ein schmales Dreieck lässt sich später leichter befestigen als ein sehr breites.

Bei der Größe gibt es einen einfachen Orientierungspunkt: Das Horn sollte nicht höher sein als ungefähr ein Drittel der Klopapierrolle. Wird es deutlich größer, kippt die Figur optisch schnell in Richtung Karikatur. Das kann natürlich gewollt sein, aber für ein klassisches kleines Einhorn wirkt ein eher kurzes Horn harmonischer.

Wer möchte, kann die Ohren innen mit einer zweiten Farbe ausmalen. Ein kleiner rosa oder goldener Innenbereich macht erstaunlich viel aus. Dafür muss man keine perfekte Linie ziehen. Beim späteren Zusammenkleben sieht ohnehin niemand nach, ob beide Ohren exakt gleich groß sind.

Die Klopapierrolle bekommt ihren Charakter

Jetzt darf Farbe ins Spiel kommen. Ich bemale die Rolle am liebsten zunächst mit einer gleichmäßigen Grundfarbe und lasse sie anschließend vollständig trocknen. Das klingt nach einem kleinen Detail, erspart aber später einiges an Ärger. Wird die Mähne auf noch feuchte Farbe geklebt, verrutscht sie leichter, und beim Anfassen entstehen schnell Fingerabdrücke.

Für eine saubere Oberfläche reicht meistens eine gut deckende Farbschicht. Bei sehr hellen Farben kann eine zweite dünne Schicht schöner aussehen als eine einzige dicke. Die Rolle sollte dabei nicht zu nass werden. Besonders an den Kanten sammelt sich sonst Farbe, die beim Trocknen kleine Wellen bildet.

Während der Körper trocknet, kann man sich um Mähne, Schweif und Gesicht kümmern. Das ist praktisch, weil beim Basteln mit Kindern sonst schnell Ungeduld aufkommt. Die Mähne lässt sich aus Wolle, Geschenkband, Papierstreifen oder sogar schmal geschnittenen Stoffresten herstellen. Wolle ist für mich die unkomplizierteste Variante, weil sie sich leicht in unterschiedlich lange Stücke schneiden lässt und sofort nach einer richtigen Pferdemähne aussieht.

Eine Mähne, die nicht nach Bastelvorlage aussieht

Bei der Mähne würde ich mich nicht an ein starres Muster halten. Schneidet man zehn gleich lange Wollstücke und klebt sie sauber nebeneinander, wirkt das Ergebnis schnell sehr ordentlich, aber auch ein wenig leblos. Schöner finde ich unterschiedliche Längen. Ein paar Strähnen dürfen über den Rücken fallen, andere können kürzer sein und seitlich abstehen.

Eine einfache Methode besteht darin, mehrere Wollfäden zu bündeln und an einer Seite festzukleben. Danach werden die Fäden auseinandergezogen. Für jüngere Kinder ist Papier oft einfacher: Dünne Streifen werden eingeschnitten, ohne sie am oberen Rand ganz durchzutrennen. So entsteht ein kleiner Papierfransenstreifen, der direkt auf die Rolle geklebt werden kann.

Auch beim Schweif darf man etwas übertreiben. Ein kleines Bündel aus bunten Wollfäden reicht vollkommen. Wird der Schweif zu schwer, kann er allerdings die Figur nach hinten ziehen. Dann steht das Einhorn nicht mehr stabil. Die Mähne sollte deshalb leicht bleiben, besonders wenn die Klopapierrolle nur auf einem Tisch oder Regal stehen soll.

Horn und Ohren richtig befestigen

Wenn die Grundfarbe trocken ist, kommen die Teile an die Reihe. Die beiden Ohren werden oben am Rand befestigt, leicht nach außen geneigt. Ich würde sie nicht direkt gegenüberkleben, sondern ein wenig nach vorne setzen. Dadurch bekommt das Einhorn später einen freundlicheren Gesichtsausdruck.

Das Horn wird zwischen den Ohren angebracht. Bei einer runden Klopapierrolle ist die Klebefläche naturgemäß klein. Flüssiger Bastelkleber funktioniert, braucht aber etwas Zeit zum Trocknen. Bei Kindern ist ein Klebestift an dieser Stelle weniger zuverlässig. Wer mit Heißkleber arbeitet, sollte die Befestigung selbst übernehmen, da die Klebepistole sehr heiß wird.

Für ein glitzerndes Horn muss man übrigens nicht das ganze Teil mit Glitzer überschütten. Ein schmaler Streifen aus goldenem oder silbernem Papier wirkt oft sauberer. Alternativ kann man das Horn mit Farbe gestalten und nach dem Trocknen wenige Glitzerpunkte auftragen. So bleibt die Form sichtbar und das Einhorn bekommt trotzdem den gewünschten märchenhaften Effekt.

Das Gesicht entscheidet über die ganze Figur

Hier zeigt sich meistens, wie unterschiedlich zwei Einhörner aus derselben Vorlage aussehen können. Zwei schwarze Punkte als Augen reichen grundsätzlich aus, aber ihre Position verändert den Ausdruck deutlich. Sitzen sie etwas höher, wirkt das Einhorn wacher. Etwas weiter auseinander sieht es eher verspielt aus.

Die Augen kann man mit einem schwarzen Filzstift aufmalen oder aus kleinen Papierkreisen gestalten. Für ältere Kinder sind Wimpern, kleine Sterne oder geschlossene Augen eine nette Möglichkeit, die Figur persönlicher zu machen. Eine winzige rosafarbene Stelle an den Wangen funktioniert ebenfalls gut. Ich würde nur aufpassen, das Gesicht nicht zu voll zu machen. Gerade bei einer kleinen Klopapierrolle sind wenige klare Details besser zu erkennen.

Eine Nase oder ein Mund ist nicht unbedingt nötig. Wenn man einen Mund zeichnet, genügt eine kurze gebogene Linie. Ein häufiger Fehler ist, den Mund zu groß zu machen. Dann verliert das Einhorn schnell den ruhigen, freundlichen Ausdruck und sieht eher wie eine Comicfigur aus. Aber auch hier gilt: Beim Basteln gibt es kein richtiges Gesicht.

Wenn Kinder selbst entscheiden dürfen, wird es interessanter

Bei gemeinsamen Bastelprojekten entsteht manchmal der Wunsch, jedes Detail vorzugeben. Gerade bei einem Einhorn würde ich das vermeiden. Kinder können beispielsweise selbst entscheiden, ob die Mähne aus Wolle oder Papier besteht, ob das Horn golden oder bunt wird und ob das Einhorn einen Namen bekommt.

Interessant wird es auch, wenn mehrere Rollen vorhanden sind. Dann kann aus einer einzigen Figur schnell eine kleine Herde entstehen. Ein Einhorn bekommt eine Regenbogenmähne, ein anderes trägt vielleicht eine blaue Mähne und ein drittes hat besonders große Ohren. Die Grundform bleibt gleich, aber jede Figur sieht anders aus.

Wenn die Kinder noch nicht sicher mit der Schere umgehen, können die Erwachsenen die schwierigeren Formen vorbereiten und die einfacheren Arbeiten abgeben. Das Zuschneiden des Horns muss nicht unbedingt das Highlight sein. Das Bemalen, Kleben und Dekorieren bietet ohnehin genug Möglichkeiten, selbst Entscheidungen zu treffen.

Eine kleine Veränderung macht die Klopapierrolle stabiler

Wenn das Einhorn nicht nur als Bastelidee, sondern als Dekoration gedacht ist, würde ich einen kleinen Trick verwenden: Unten lässt sich ein Kreis aus stabilem Karton ankleben. Er verschließt die Öffnung und vergrößert gleichzeitig die Standfläche. Besonders bei einer üppigen Mähne oder einem größeren Horn macht sich das bemerkbar.

Wer keine zusätzliche Pappscheibe ausschneiden möchte, kann die Rolle auch leicht zusammendrücken und unten eine kleine Bodenfläche gestalten. Das funktioniert, sieht aber nicht ganz so sauber aus. Für eine Figur, die häufiger angefasst wird, ist der zusätzliche Kartonboden die bessere Lösung.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, mehrere Klopapierrollen zu verwenden und daraus nicht nur ein Einhorn, sondern beispielsweise eine kleine Märchenlandschaft zu bauen. Eine Rolle kann ein Einhorn sein, eine zweite ein Pferd und aus Karton entstehen Wolken, Sterne oder Blumen. So wird aus einer einzelnen Bastelidee ein kleines Spielset, das später nicht sofort wieder in einer Schublade verschwindet.

Was ich beim ersten Versuch anders machen würde

Wenn die Figur am Ende nicht so aussieht wie geplant, liegt es selten daran, dass jemand schlecht gebastelt hat. Häufig stimmen einfach die Proportionen nicht. Zu kleine Ohren lassen das Einhorn etwas verloren wirken, während ein riesiges Horn den Kopf optisch nach oben zieht. Auch die Mähne kann die Figur verändern: Eine sehr dichte Mähne verdeckt schnell einen Teil des Gesichts.

Deshalb lohnt es sich, die Einzelteile einmal lose an die trockene Rolle zu halten, bevor geklebt wird. Dieser kurze Moment spart später erstaunlich viel Arbeit. Bei einer Klopapierrolle von etwa 10 bis 12 Zentimetern Höhe wirken Ohren von ungefähr drei bis vier Zentimetern meist gut proportioniert. Das sind keine festen Bastelregeln, sondern lediglich Maße, mit denen sich angenehm arbeiten lässt.

Und falls etwas schiefgeht: Nicht sofort neu anfangen. Ein schiefes Ohr lässt sich manchmal durch die Position der Mähne ausgleichen. Ein zu großes Horn kann bewusst zum auffälligen Merkmal werden. Gerade bei solchen kleinen Figuren entsteht der Charme oft an den Stellen, die beim Basteln nicht ganz nach Plan gelaufen sind.

Aus Resten wird eine Figur mit eigener Geschichte

Am Ende steht da eine bemalte Papprolle mit zwei Ohren, einem Horn und ein paar bunten Fäden. Materiell ist das kaum etwas Besonderes. Trotzdem bleiben solche Figuren häufig länger im Gedächtnis als aufwendig gekaufte Dekorationen. Vielleicht liegt es daran, dass man beim Basteln nicht nur etwas herstellt, sondern nebenbei eine kleine Geschichte erfindet.

Bei uns bekam das Einhorn irgendwann einen Namen und einen festen Platz. Es war nicht perfekt gerade, und die Mähne war auf einer Seite deutlich voller als auf der anderen. Genau deshalb sah es nicht wie ein Gegenstand aus einer Bastelpackung aus. Es hatte etwas Eigenes.

Wer eine leere Klopapierrolle vor sich liegen hat, muss daraus also nicht zwingend ein makelloses Einhorn machen. Es reicht, eine Figur entstehen zu lassen, die zu dem Menschen passt, der sie gerade bastelt. Vielleicht wird das Horn schief, vielleicht bekommt die Mähne fünf Farben und vielleicht sehen die beiden Ohren völlig unterschiedlich aus. Irgendwann steht das kleine Einhorn auf dem Regal und erinnert daran, dass aus einem Stück Pappe mit ein wenig Farbe, Wolle und Fantasie etwas entstehen kann, das vorher niemand geplant hatte.


Illustrationen und Bilder: Magnific (https://www.magnific.com)

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