Zum Inhalt springen

Was sollten Patienten über die Diagnostik bei neurologischen Beschwerden wissen?

Kribbeln in den Füßen, Taubheitsgefühle oder unklare neurologische Symptome können viele Ursachen haben, und eine genaue Abklärung ist der erste Schritt zur richtigen Behandlung. In diesem Artikel erklären wir allgemein, was eine Polyneuropathie ist, wie eine Lumbalpunktion abläuft und welche Rolle spezialisierte neurologische Zentren spielen. Die Informationen dienen der Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Die Beispiele beziehen sich auf die Bellevue Medical Group, ein Netzwerk neurologischer Kompetenzzentren mit Sitz in Zürich.

Wie arbeitet ein Netzwerk neurologischer Fachzentren?

Neurologische Erkrankungen betreffen Gehirn, Rückenmark, Nerven und Muskeln und erfordern oft die Zusammenarbeit mehrerer Fachrichtungen. Die Bellevue Medical Group beschreibt sich als führendes interdisziplinäres Netzwerk neurologischer, neuropsychologischer und schlafmedizinischer Kompetenzzentren in der Deutschschweiz mit Sitz in Zürich. Nach eigenen Angaben gehören dazu 22 ambulante Neurozentren und 20 spezialisierte Fachzentren, in denen über 90 Fachleute arbeiten, darunter Neurologen, Psychiater, Schlafmediziner und Neuropsychologen. Das Angebot umfasst umfassende neurologische Diagnostik und Therapie, etwa bei Schlaganfall, Gedächtnisstörungen und Alzheimer, Parkinson und anderen Bewegungsstörungen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Migräne sowie Multipler Sklerose, außerdem Neuropsychologie und Neurorehabilitation. Das Unternehmen ist zudem eine anerkannte Weiterbildungsstätte für Neurologen und bietet regelmäßig Fortbildungen für Ärzte an. Für Patienten ist es hilfreich zu wissen, wie ein Besuch in einem solchen Zentrum abläuft. Am Anfang steht meist ein ausführliches Gespräch, in dem der Arzt nach Beschwerden, Beginn, Verlauf, Begleiterkrankungen, Medikamenten und familiären Vorbelastungen fragt. Es folgt die körperliche und neurologische Untersuchung, bei der Reflexe, Muskelkraft, Gefühl, Koordination und Gang geprüft werden. Je nach Verdacht werden weitere Untersuchungen veranlasst, zum Beispiel Blutuntersuchungen, Messungen der Nervenleitgeschwindigkeit, bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomografie oder die Untersuchung des Nervenwassers. Wer einen Termin vereinbart, sollte vorhandene Befunde, Bilder und eine Liste der eingenommenen Medikamente mitbringen. Hilfreich ist auch ein kurzes Tagebuch über die Beschwerden, vor allem bei Kopfschmerzen oder Schwindel. Bei plötzlichen Lähmungen, Sprachstörungen, starken Kopfschmerzen oder Bewusstseinsstörungen darf man nicht auf einen Termin warten, sondern muss sofort den Notruf wählen. Eine gute Diagnostik braucht Zeit, und manchmal sind mehrere Termine nötig, bevor ein klares Bild entsteht. Außerdem lohnt es sich, vor dem Termin Fragen zu notieren, etwa zu Ursache, Behandlungsmöglichkeiten, Dauer und Nebenwirkungen. So geht im Gespräch nichts verloren, und der Arzt kann gezielt antworten. Wer möchte, kann eine Begleitperson mitbringen, die zuhört und sich Notizen macht.

Was bedeutet eine Erkrankung mehrerer peripherer Nerven?

Unter einer Polyneuropathie versteht man eine Erkrankung mehrerer peripherer Nerven, also der Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark. Typische Beschwerden sind Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühle, Schmerzen oder Schwäche, die häufig an Füßen und Händen beginnen und sich allmählich ausbreiten. Die Ursachen sind vielfältig. Zu den häufigsten zählen Diabetes mellitus, übermäßiger Alkoholkonsum, Vitaminmangel, Nierenerkrankungen, Medikamente, Infektionen sowie entzündliche und erbliche Erkrankungen. Manchmal bleibt die Ursache zunächst unklar. Die Diagnostik beginnt mit dem Gespräch und der neurologischen Untersuchung. Anschließend kommen oft Blutuntersuchungen hinzu, mit denen Zucker, Vitamine, Nieren- und Schilddrüsenwerte geprüft werden, sowie elektrophysiologische Messungen, die zeigen, wie gut die Nerven Signale weiterleiten. In bestimmten Fällen, etwa bei Verdacht auf eine entzündliche Ursache, kann auch das Nervenwasser untersucht werden. Dazu dient die Lumbalpunktion, bei der Flüssigkeit aus dem Rückenmarkskanal entnommen wird. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Wird eine Grunderkrankung wie Diabetes besser eingestellt oder ein Mangel ausgeglichen, können sich die Beschwerden bessern. Für Schmerzen stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die der Arzt individuell auswählt. Ergänzend helfen Physiotherapie, Bewegung und Fußpflege, denn bei gestörtem Gefühl bleiben Verletzungen leicht unbemerkt. Betroffene sollten ihre Füße täglich kontrollieren, bequeme Schuhe tragen und auf Wärmequellen achten, weil sie Hitze schlechter spüren. Wichtig ist außerdem, Alkohol zu meiden oder stark einzuschränken. Wer neue Missempfindungen bemerkt, die länger als einige Tage anhalten, sollte ärztlichen Rat einholen, denn eine frühe Abklärung erhöht die Chance, Schäden zu begrenzen. Die Verläufe sind sehr unterschiedlich: Manche Formen bleiben stabil, andere schreiten fort, weshalb regelmäßige Kontrollen sinnvoll sind. Eine frühzeitige Behandlung der Grunderkrankung kann das Fortschreiten verlangsamen. Dazu gehören ein gut eingestellter Blutzucker, ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf Nikotin und Alkohol, weil sie die Nerven zusätzlich belasten. Wer Medikamente einnimmt, sollte mit dem Arzt besprechen, ob sie als Ursache infrage kommen.

Wie läuft die Entnahme von Nervenwasser ab und was ist danach zu beachten?

Bei einer Lumbalpunktion wird Nervenwasser, medizinisch Liquor genannt, aus dem Rückenmarkskanal im unteren Rücken entnommen, um neurologische Erkrankungen abzuklären. Nach Angaben der Bellevue Medical Group lassen sich auf diese Weise unter anderem Hirnhautentzündung, Gehirnentzündung, Multiple Sklerose, Blutungen unter der Spinnwebenhaut, das Guillain-Barré-Syndrom und Tumoren im Bereich des Rückenmarks erkennen. Der Eingriff wird mit einer feinen, langen Hohlnadel zwischen zwei Wirbeln durchgeführt, und zwar unter lokaler Betäubung. Der Patient sitzt dabei vorgebeugt oder liegt auf der Seite, damit sich die Abstände zwischen den Wirbeln vergrößern. Die Untersuchung dauert in der Regel nur wenige Minuten, und die entnommene Flüssigkeit wird im Labor auf Zellen, Eiweiß, Zucker und gegebenenfalls Krankheitserreger untersucht. Nach dem Eingriff sollte der Patient etwa 30 Minuten flach liegen und kann in der Regel am selben Tag nach Hause gehen, weil es sich um einen ambulanten Eingriff handelt. Als mögliche Nebenwirkung kann ein sogenanntes postpunktionelles Syndrom auftreten, das sich durch Kopfschmerzen und Übelkeit äußert. Diese Beschwerden klingen meist innerhalb weniger Tage ab, vor allem durch Bettruhe und ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Vor dem Eingriff klärt der Arzt über Ablauf und Risiken auf und fragt nach Blutverdünnern, Allergien und Gerinnungsstörungen, denn bei erhöhter Blutungsneigung muss die Punktion verschoben oder angepasst werden. Auch Anzeichen für erhöhten Hirndruck müssen vorher ausgeschlossen werden, weshalb manchmal eine Bildgebung vorausgeht. Nach der Punktion sollte man körperliche Anstrengung für ein bis zwei Tage vermeiden und viel trinken. Wenn starke, anhaltende Kopfschmerzen, Fieber, Nackensteifigkeit, Taubheit in den Beinen oder Probleme beim Wasserlassen auftreten, muss umgehend ein Arzt kontaktiert werden. Die Untersuchung gilt bei sachgemäßer Durchführung als sicher, und ihr Nutzen liegt darin, Erkrankungen zu erkennen, die auf andere Weise schwer zu diagnostizieren sind. Wichtig ist außerdem, den Arzt über blutverdünnende Medikamente zu informieren, weil sie vor dem Eingriff pausiert werden müssen. Am Tag der Untersuchung sollte man genug trinken und sich ausruhen. Wer nach dem Eingriff Fahrten plant, sollte jemanden bitten, ihn nach Hause zu begleiten.

Schreibe einen Kommentar